Friedrich von Praun Christian Haldenwang Kupferstecher Die Jenischen In Vorbereitung Kontakt

 

Willkommen auf meiner Seite!

 

Hasso von Haldenwang

 

Friedrich von Praun 1888-1944

Ein vergessener Zeuge des Widerstands

 

 

Bestellung:

 

Das Buch kostet 19,90 Euro zuzüglich Versandkosten. Gemäss § 19 Abs. 2 besteht keine Umsatzsteuerpflicht.

Ihre Zahlung bitte auf das Konto VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG IBAN: DE67622901100175716005.

 

Ihre Bestellung bitte über den Buchhandel oder per E-Mail an  hasso.von-haldenwangATwanadoo.fr  und vergessen Sie nicht, die Lieferanschrift exakt anzugeben.

Pressenotiz der Fränkischen Landeszeitung vom 30.07.2018:

Zum vorstehenden Pressebericht ist nachzutragen, dass Herr Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer dankenswerter Weise anlässlich der Gründungsfeier den Klavierpart übernahm.

Das Vermögen der "Friedrich-von-Praun-Stiftung Kastanienhof Ansbach" wird bei der VR-Bank Mittelfranken West eG Konto IBAN: DE 84 7656 0060 0001 408208 verwaltet.

Das Stiftungsvermögen soll durch Spenden und Zustiftungen in jeglicher Höhe vermehrt werden, um den Stiftungszweck wirkungsvoll zu fördern. Sie erhalten über jeden Betrag eine Spendenquittung.

Einige Anmerkungen zu meiner Biographie über Friedrich von Praun:

"
Dann läutete die Hausglocke, er ging hinunter u. kam schreckensblaß herauf gesprungen. Hielt sich an der Marmorplatte des Waschtisches u. sagte – ‚Ich bin verhaftet!‘- Ich – ‚Da muß ichaufstehn und Dein Sach packen!" (Zitat aus den Erinnerungen seiner Witwe Irene von Praun, geb. Freiin von Seckendorff-Gutend)  

Friedrich von Praun, aus altem Nürnberger Patriziergeschlecht, Ritter und Werkmeister des Johanniter-Ordens in Bayern und unter Landesbischof Hans Meiser Vorstand der Evang.-Luth. Landeskirchenstelle Ansbach, war schon frühzeitig ins Visier der Nationalsozialisten geraten. Er verweigerte den Hitlergruß und das Hissen der Hakenkreuzfahne auf seinem Amtssitz, ließ sich den Mund nicht durch die Reichskirche verbieten und trat unerschrocken für die Bekennende Kirche ein.

Besonders bemerkenswert ist die frühzeitig entschlossene und nicht ungefährliche Haltung von Prauns gegen die antisemitischen Umtriebe der Faschisten. Davon zeugt sein Schreiben vom 23. März 1934:

"... dem Präsidium des Ev. Luth. Landeskirchenrates in München.

beehre ich mich anliegende Abschrift eines Handzettels der N.S.D.A.P. Kreisleitung vorzulegen, der von Haus zu Haus getragen wird und eine ungeheuere Erregung in weite Kreise trägt. Ich sehe mich verpflichtet, aus der bisherigen kühlen Reserve heauszutreten und um der Wahrhaftigkeit und des Rechtes willen persönlich eine Vorstel(lung) bei Oberst Hoffmann zu erheben. Die Mitmenschen warten darauf, dass einer den Mut aufbringt, gegen diese Demagogie Widerstand zu leisten.

von Praun.
Oberkirchenamtmann."

Diese menschenverachtende Aufforderung, gegen die Friedrich von Praun den Landeskirchenrat zum Widerstand aufruft, lautete:

 "An die NSDAP Kreisleitung Ansbach-Feuchtwangen Ansbach.

Ich gebe hiermit die ehrenwörtliche Erklärung, dass ich von jetzt ab und in alle Zukunft nie mit einem Juden oder einem Helfershelfer von Juden ein Handelsgeschäft irgendwelcher Art abschliessen werde oder durch einen Mittelsmann abschliessen lasse. Ich werde niemals ein jüdisches Geschäft betreten und ich werde auch jeden Juden, der mein Anwesen oder meine Wohnung betreten sollte, wegweisen.

Einen jüdischen Arzt oder einen jüdischen Rechtsanwalt werde ich ebenfalls nicht konsultieren.

Ich werde auch dafür sorgen, dass aus meiner Familie, meiner Verwandtschaft und meinem Bekannt[en]kreise niemand zu einem Juden geht.

Ich bin davon unterrichtet, dass ich Gelegenheit habe, mich in meiner Ortschaft durch Einsicht in ein Verzeichnis davon zu überzeugen, welche Juden und welche jüdischen Geschäfte im Kreis Ansbach-Feuchtwangen existieren.

Ich bin weiter davon unterrichtet, dass ich, falls ich dieses Versprechen nicht halten sollte, oder falls ich versuchen sollte, dasselbe zu umgehen, sofort aus der Partei – SA – aus dem Gemeinderat – aus der NS.-Organisation - ausgeschlossen werde ... und dass ich öffentlich in Wort und Schrift als Ehrenwortbrecher und Lump bezeichnet werden kann... März 1934. (Unterschrift)..."

Schon 1933 kritisierten von Praun und sein früher Weggefährte Baron von Pechmann den 'Arierparagraph' in einer Sitzung des Johanniterordens. In der Sitzung von 1934 wandte sich von Praun erneut gegen diesen menschenverachtenden Erlass.  

Von zwei jungen SD-Parteifunktionärinnen denunziert, wurde Friedrich von Praun von der Gestapo verhaftet und während seiner halbjährigen Untersuchungshaft von den Schergen der braunen Diktatur in Einzelhaft geschunden und gefoltert. Selbst sein Bischof Hans Meiser stand ihm nicht bei. Der Prozess, vor dem Sondergericht in Nürnberg begonnen, sollte wegen seiner politischen Bedeutung durch Freisler neu verhandelt werden. Dies hätte von Prauns sicheren Tod bedeutet. Der Urkundsbeamte Justizobersekretär Kustner, Protokollführer des Nürnberger Strafverfahrens, war sich offensichtlich nicht der politischen und menschlichen Tragik seiner Tätigkeit bewusst. Er illustrierte seine Vermerke mit mehreren Kritzeleien. So ist auf der ersten Seite des Protokolls unter anderem eine Karikatur mit relativ kleiner Brille skizziert. Der bis auf die Augenbrauen kahle Schädel deutet darauf hin, dass es sich um ein Konterfei des Angeklagten handelt. Das  Bildnis von Prauns auf mehreren Gedenkmedaillen (teils von Karl Goetz 1875-1950 hergestellt) lässt nämlich darauf schliessen, dass von Praun kurz vor seinem Tod bereits kahlköpfig war.

Nach Jahrzehnten des Schweigens der Öffentlichkeit trete ich mit meiner Biografie über Friedrich von Praun für die längst überfällige angemessene Würdigung des Märtyrers und treuen Streiters für seine Überzeugung und gegen die Diktatur des Nationalsozialismus ein.

Zum Gedenken an die 124. Wiederkehr des Geburtstages Friedrich von Prauns lud Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm zu einer Andacht am 21. Juli 2012 in die Evang.-Luth. Markuskirche Fichtenau-Unterdeufstetten ein. Regionalbischof Christian Schmidt leitete die feierliche Gedenkandacht. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Fichtenauer Gemeinschaftschor, bestehend aus dem evangelischen, dem katholischen und dem Wildenstein-Bernhardsweiler-Chor unter Chorleiter Maximilian Stoessel, der den Soloteil aus Wilhelm Kienzls Oper  "Der Evangelimann", "Selig sind die Verfolgung leiden ...", sang. Meiner Ansprache zur Erinnerung an Friedrich von Praun folgte eine Kranzniederlegung durch Regionalbischof Christian Schmidt und Herrn Wolfgang Janowsky, Direktor der Evang.-Luth. Landeskirchenstelle Ansbach, an der Familiengruft der Freiherrn von Seckendorff-Gutend in Unterdeufstetten, wo Friedrich von Praun beigesetzt ist. Zahlreiche Bürger aus nah und fern und Vertreter der Presse  nahmen an der Feier teil.

Am 26. Juli 2012 fand ein weiterer Gottesdienst zum Gedenken an Friedrich von Praun in der Evang.-Luth. St. Gumbertus-Kirche, Schwanenritterkapelle, Ansbach, statt. Die Predigt hielt Landesbischof Prof. Dr. Bedford-Strohm, Liturg war Regionalbischof Christian Schmidt. Sodann empfing die Evang.-Luth. Landeskirche die geladenen Gäste im Gemeindezentrum Beringershof. Nach der Vorstellung meines Buches über Friedrich von Praun durch Herrn Pfarrer Dr. Björn Mensing, Versöhnungskirche Dachau, folgten Grußworte von Herrn Dr. Peter Seißer, Vizepräsident der Landessynode, von Prof. Dr. Dietrich von Schweinitz, Kommendator der Bayerischen Kommende des Johanniterordens, von Herrn Bürgermeister Thomas Deffner von der Stadt Ansbach und meine Ansprache. Kirchenmusikdirektor Rainer Goede spielte die Zwischenmusiken am Cembalo. Mit einem Imbiss schloss die Feierstunde. Danach enthüllten der Landesbischof und Vizepräsident Dr. Peter Seißer am Dienstgebäude der Landeskirchenstelle eine Gedenktafel für Friedrich von Praun. Zum Abschluss wurde der Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunks von Jutta Neupert-Liu über Friedrich von Praun gezeigt.

Die Gedenktafel hat folgenden Wortlaut: 

Der Kirchenjurist Friedrich von Praun, seit 1930 in diesem Gebäude Leiter der Landeskirchenstelle, widersetzte sich ab 1933 der Gleichschaltung, wurde als NS-Gegner denunziert und am 18. Oktober 1943 verhaftet. Am 19. April 1944 starb er unter ungeklärten Umständen im Nürnberger Gefängnis. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern holt die lange unterlassene Würdigung Friedrich von Prauns nach und ehrt ihn als Glaubenszeugen und Opfer des Nationalsozialismus.
Juli 2012

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. (Matthäus 5,10)

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche bezeichnet das in Ansbach an der Bischof-Meiser-Straße Nr. 16 gelegene Gebäude, den Dienstsitz der Landeskirchenstelle, seither offiziell Friedrich-von-Praun-Haus.

Das Buch über Friedrich von Praun enthält ein Geleitwort des Landesbischofs Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Wenn Sie mehr über das Leben und das tragische Geschick Friedrich von Prauns erfahren wollen, können Sie mein Buch, wie eingangs beschrieben, bestellen. Es ist im Selbstverlag als Hardcover, fadengeheftet erschienen, enthält 240 Seiten, über 20 Abbildungen und viele Zeitzeugnisse sowie einen umfassenden dokumentarischen Anhang.

Mein besonderer Dank für die Realisierung meiner Arbeit gilt den vielen hilfsbereiten Mitarbeitern im Landesarchiv Baden-Württemberg Ludwigsburg, im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg, im Staats- und im Stadtarchiv Nürnberg, in der Evang.-Luth. Landeskirchenstelle Ansbach und im Henri-Arnaud-Haus in Schönenberg. Besonders danke ich Dr. Martin Bogdahn, Ludwig Graf zu Dohna-Schlobitten, Klaus Hannen , Dr. Hans-Peter Hübner, Dr. Albert de Lange, Werner Paulus †,  Dr. Reinhard Rusam und Rainer Graf von Seckendorff-Aberdar. Vor allem möchte ich Dr. Björn Mensing dafür danken, dass er sich der Mühe des Fachlektorats unterzogen hat. Meiner lieben Ehefrau Ulrike danke ich für ihren kritischen, unverdrossen konstruktiven Beistand.     

Ich danke dem Landeskirchenrat der Evang.-Luth. Kirche in Bayern sowie der Bayerischen und der Baden-Württembergischen Kommende des Johanniterordens für die großzügige finanzielle Unterstützung der Drucklegung. Auch dem Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ist für einen Druckkostenbeitrag zu danken.

Am 15.10. 2015 lud mich die Stadt Ansbach zu einer Autorenlesung im Markgrafenmuseum ein.

Im Herbst 2017 erschien Band III Württembergische Biographien in dem mein Beitrag über Friedrich von Praun, Kirchenamtsdirektor und Antifaschist, veröffentlicht worden ist.

Am 2.11.2017 fand in Nürnberg die Finissage der Veranstaltung 'Was konnten sie tun?' u. a. des Evangelischen Bundes Bayern (EBB) und der Nürnberger Initiative 'Strassennamen für den Widerstand' statt. Neben Herrn Dr. E. Dietzfelbinger und Herrn Dekan U. Spahlinger, erhielt ich Gelegenheit, über Friedrich von Prauns Leben und Leiden unter der Nazidiktatur zu referieren. Alle Wortbeiträge erschienen in dem Magazin des EBB: Ökumenische Perspektiven 12/ 2017.

An von Prauns 130. Geburtstag, dem 21. Juli 2018, errichteten meine Frau und ich die Friedrich-von-Praun-Stiftung Kastanienhof Ansbach, wie in der oben gezeigten Pressenotiz berichtet.

 

Zum 75. Jahrestag der Verhandlung gegen Friedrich von Praun vor dem Sondergericht im Justizpalast Nürnberg fand am 4. April 2019 im Memorium Nürnberger Prozesse eine szenische Lesung statt. Vorab konnte der Gefangenentrakt im Historischen Zellengefängnis besichtigt werden, wo man damals seinen Leichnam zur Identifizierung durch seine Witwe pietätlos vor seiner Einzelzelle abgelegt hatte.

Die Begrüssungsrede zur Veranstaltung vor rund 150 Zuhörern hielt Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche. Unter musikalischer Begleitung der Lesung gab Dr. Björn Mensing die zeitgeschichtlichen Einordnungen. Als ich am Schluss der Veranstaltung im Namen unserer Friedrich-von-Praun-Stiftung für die Ehrung des mutigen Mannes danken wollte, wurde ich von dem plötzlich herbeistürmenden Regionalbischof und seiner Kollegin von Weyhern,  "unschön ... vom Mikrofon abgedrängt" (vgl. Hohenloher Tagblatt vom 18. April 2019).

Des 75. Todestages von Prauns wurde auch am 19. April 2019 in der Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte Dachau mit der Uraufführung einer Komposition von Franz Wichern unter Mitwirkung des Männerchors Arte Choralis gedacht.     

Presse-Echo in der Südwest-Presse (Hohenloher Tagblatt vom 15. August 2012) :