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Ich beginne mit meiner aktuellsten Arbeit:


Hasso von Haldenwang

 

Friedrich von Praun 1888-1944

Ein vergessener Zeuge des Widerstands

 

 

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Das Buch kostet 19,90 € zuzüglich Versandkosten.

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(ISBN: 978-3-00-037793-8)

Ihre Bestellung bitte per E-mail an  hasso.von-haldenwang@wanadoo.fr  und vergessen Sie nicht, die Lieferanschrift exakt anzugeben.

Anmerkungen zu meinem Buch über Friedrich von Praun:

"Dann läutete die Hausglocke, er ging hinunter u. kam schreckensblaß herauf gesprungen. Hielt sich an der Marmorplatte des Waschtisches u. sagte – ‚Ich bin verhaftet!‘- Ich – ‚Da muß ich aufstehn und Dein Sach packen!" (Zitat aus den Erinnerungen seiner Witwe Irene von Praun, geb. Freiin von Seckendorff-Gutend).  

Friedrich von Praun, aus altem Nürnberger Patriziergeschlecht, Ritter und Werkmeister des Johanniter-Ordens in Bayern und unter Landesbischof Hans Meiser Vorstand der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenstelle Ansbach, war schon frühzeitig ins Visier der Nationalsozialisten geraten. Er verweigerte den Hitlergruß und das Hissen der Hakenkreuzfahne auf seinem Amtssitz, ließ sich den Mund nicht durch die Reichskirche verbieten und trat unerschrocken für die Bekennende Kirche ein.

Von zwei jungen SD-Parteifunktionärinnen denunziert, wurde er von der Gestapo verhaftet und während seiner halbjährigen Untersuchungshaft von den Schergen der braunen Diktatur geschunden. Selbst sein Bischof Hans Meiser stand ihm nicht bei. Der Prozess, vor dem Sondergericht in Nürnberg begonnen, sollte wegen seiner politischen Bedeutung vor dem Volksgerichtshof durch Freisler neu verhandelt werden, das hätte von Prauns sicheren Tod bedeutet. Am Morgen des 19. April 1944 fand man ihn, wie es hieß, in seiner Zelle tot auf. Die Todesumstände sind bis heute ungeklärt.

Nach Jahrzehnten des Schweigens der Öffentlichkeit trete ich mit meiner Biografie über Friedrich von Praun für die längst überfällige angemessene Würdigung des Märtyrers und treuen Streiters für seine Überzeugung und gegen die Diktatur des Nationalsozialismus ein.

Zum Gedenken an die 124. Wiederkehr des Geburtstages Friedrich von Prauns lud Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm zu einer Andacht am 21. Juli 2012 in die Evangelisch-Lutherischen Markuskirche Fichtenau-Unterdeufstetten ein. Regionalbischof Christian Schmidt leitete die feierliche Gedenkandacht. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Fichtenauer Gemeinschaftschor, bestehend aus dem evangelischen, dem katholischen und dem Wildenstein-Bernhardsweiler-Chor unter Chorleiter Maximilian Stoessel, der den Soloteil aus Wilhelm Kienzls Oper  "Der Evangelimann", "Selig sind die Verfolgung leiden ...", sang. Meiner Ansprache zur Erinnerung an Friedrich von Praun folgte eine Kranzniederlegung an der Familiengruft der Freiherrn von Seckendorff-Gutend in Unterdeufstetten, wo Friedrich von Praun beigesetzt ist, durch Regionalbischof Christian Schmidt und Herrn Wolfgang Janowsky, Direktor der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenstelle Ansbach, in Anwesenheit von Herrn Dekan Dr. Winfried Dalferth, Crailsheim, und Herrn Bürgermeister Martin Piott, Fichtenau. Zahlreiche Bürger aus nah und fern und Vertreter der Presse nahmen an der Feier teil.

Am 26. Juli 2012 fand ein weiterer Gottesdienst zum Gedenken an Friedrich von Praun in der Evangelisch-Lutherischen St. Gumbertus-Kirche, Schwanenritterkapelle, Ansbach, statt. Die Predigt hielt Landesbischof Prof. Dr. Bedford-Strohm, Liturg war Regionalbischof Christian Schmidt. Sodann empfing die Evangelisch-Lutherische Landeskirche die geladenen Gäste im Gemeindezentrum Beringershof. Nach der Vorstellung meines Buches über Friedrich von Praun durch Herrn Pfarrer Dr. Björn Mensing, Versöhnungskirche Dachau, folgten Grußworte von Herrn Dr. Peter Seißer, Vizepräsident der Landessynode, von Prof. Dr. Dietrich von Schweinitz, Kommendator der Bayerischen Kommende des Johanniterordens, von Herrn Bürgermeister Thomas Deffner von der Stadt Ansbach und meine Ansprache. Kirchenmusikdirektor Rainer Goede spielte die Zwischenmusiken am Cembalo.. Danach enthüllten der Landesbischof und  Dr. Seißer am Dienstgebäude der Landeskirchenstelle eine Gedenktafel für Friedrich von Praun. Zum Abschluss wurde der Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunks von Jutta Neupert-Liu über Friedrich von Praun gezeigt.

Die Gedenktafel hat folgenden Wortlaut: 

Der Kirchenjurist Friedrich von Praun, seit 1930 in diesem Gebäude Leiter der Landeskirchenstelle, widersetzte sich ab 1933 der Gleichschaltung, wurde als NS-Gegner denunziert und am 18. Oktober 1943 verhaftet. Am 19. April 1944 starb er unter ungeklärten Umständen im Nürnberger Gefängnis. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern holt die lange unterlassene Würdigung Friedrich von Prauns nach und ehrt ihn als Glaubenszeugen und Opfer des Nationalsozialismus.
Juli 2012

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. (Matthäus 5,10)

Seit Oktober 2012 heißt das in Ansbach an der Bischof-Meiser-Straße 16 gelegene Gebäude, der Dienstsitz der Landeskirchenstelle, offiziell Friedrich-von-Praun-Haus. Das Buch über Friedrich von Praun enthält ein Geleitwort des Landesbischofs. Wenn Sie mehr über das Leben und das tragische Geschick Friedrich von Prauns erfahren wollen, können Sie mein Buch, wie eingangs beschrieben, bestellen. Es ist im Selbstverlag als Hardcover fadengeheftet erschienen, enthält 240 Seiten, über 20 Abbildungen und viele Zeitzeugnisse sowie einen umfassenden dokumentarischen Anhang.

Mein besonderer Dank für die Realisierung meiner Arbeit gilt den vielen hilfsbereiten Mitarbeitern im Landesarchiv Baden-Württemberg Ludwigsburg, im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg, im Staats- und im Stadtarchiv Nürnberg, in der Landeskirchenstelle Ansbach und im Henri-Arnaud-Haus in Schönenberg. Besonders danke ich Dr. Martin Bogdahn, Ludwig Graf zu Dohna-Schlobitten, Klaus Hannen (), Dr. Hans-Peter Hübner, Dr. Albert de Lange, Werner Paulus (), Dr. Reinhard Rusam und Rainer Graf von Seckendorff-Aberdar. Vor allem möchte ich Dr. Björn Mensing dafür danken, dass er sich der Mühe des Fachlektorats unterzogen hat. Meiner lieben Ehefrau Ulrike danke ich für ihren kritischen, unverdrossen konstruktiven Beistand.     

Ich danke dem Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sowie der Bayerischen und der Baden-Württembergischen Kommende des Johanniterordens für die großzügige finanzielle Unterstützung der Drucklegung. Auch dem Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ist für seinen Druckkostenbeitrag zu danken. 

Pfarrer Wolfgang Huber hat mit seiner Kritik an meiner Arbeit in der Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte versucht, von Prauns permanente offene Herausforderung der Faschisten klein zu reden. Dazu bedient sich Huber ganz offen der Geschichtsklitterung, indem er wider besseres Wissen sechs Mal erklärt, von Praun sei der Hitlerbewegung "Jahre lang persönlich aufrichtig zugetan" gewesen. Mit diesem dauernd wiederholten Hinweis auf eine völlig aus dem Zusammenhang gerissene Bemerkung von Prauns soll der Eindruck erweckt werden, Friedrich von Praun sei eigentlich ein Anhänger Hitlers gewesen. Das ist eine empörende Verfälschung der Tatsachen. Richtig ist, dass von Praun Hitler, Göring und ihre „Korona“ schon Anfang der zwanziger Jahre persönlich kennen gelernt hatte. Wenig später bezichtigte er diese der Verlogenheit und äußerte einer Zeugin gegenüber, eine auf Lügen aufgebaute Partei sei mit dem Stempel des Verfalls gezeichnet. Wie nur wenige opponierte er schon von Anfang an gegen die Nazis und bezahlte dafür mit seinem Leben.

Björn Mensing, Pfarrer in der Versöhnungskirche Dachau, veröffentlichte einen Beitrag in: theologie. geschichte Beihefte 7/ 2013 Saarbrücken, „'Weltanschauliche' Sieger oder moralisches Versagen? Der Umgang mit der NS-Vergangenheit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.“ Darin verurteilt er die Marginalisierung Friedrich von Prauns.

Helmut Baier, ehemaliger Direktor des Landeskirchlichen Archivs in Nürnberg und heute Vorstandsmitglied des Stadtarchivs Nürnberg, erklärt in seiner Buchbesprechung von 2014 (Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg), warum von Praun sehr lange nicht ins Rampenlicht der Blutzeugen der Kirche aufgenommen worden sei: Als Baier über den Kirchenkampf arbeitete und versuchte, über die Kirchenleitung oder von Zeitzeugen näheres über die ungeklärten Todesumstände zu erfahren und Unterlagen ein zu sehen, umgab ihn „eine Mauer des Schweigens... Man munkelte allerlei über die offensichtlich nicht eindeutigen Todesumstände. Daran ändert wohl auch nichts die Ehrentafel für ihn.“

Mein Anliegen war und bleibt es, das Schicksal des geschundenen Friedrich von Prauns entsprechend den mir bekannt gewordenen Quellen darzustellen. Er ist der einzige Vertreter aus den Reihen der Pfarrer und Kirchenbeamten der bayerischen evangelischen Kirche, der wegen seiner antifaschistischen Haltung durch die Nazis zu Tode kam. Es ist daher richtig, dass er heute als Märtyrer gilt. Darüber sprach ich 2013 vor dem Arbeitskreis Weiße Rose und in meinem ehemaligen Gymnasium. Leider war ich vermutlich der einzige, der 2014 zum siebzigsten Todestag Friedrich von Prauns einen Blumengruß an seinem Grab niederlegen ließ.

Zur Erinnerung an von Prauns Verhaftung durch die Gestapo am 18.10.1943 hat das Ansbacher Amt für Kultur und Tourismus zu meiner Lesung am 15.10.2015  "Friedrich von Praun - ein vergessener Zeuge des Widerstands" ins Markgrafenmuseum eingeladen.

Meine Frau und ich haben beschlossen, zu von Prauns Andenken eine Stiftung ins Leben zu rufen. Diese soll insbesondere seine langjährige Ansbacher Fürsorgearbeit für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche fortsetzen helfen.

Im Internet finden sich seit meiner Buchveröffentlichung verschiedentlich Beiträge, die bestätigen, dass Friedrich von Praun als entschiedener Gegner des NS-Systems nicht wieder in Vergessenheit geraten darf, so etwa die Johanniter in einem Beitrag zur "Gedenkstätte Deutscher Widerstand".

Ich habe mehreren Gemeinden mein Anliegen vorgetragen, eine Straße nach von Praun zu benennen. Sowohl Fichtenau, der Ort seiner Grablege, als auch Nürnberg, wo er verstarb, und Crailsheim, in deren Bezirk er segensreich gewirkt hat, möglicherweise sogar Ansbach, die Stadt seiner beruflichen Tätigkeit und Verhaftung durch die Gestapo, sind u. a. bereit, bei nächster Gelegenheit Friedrich von Praun entsprechend zu ehren.

Meine Arbeit über Friedrich von Praun wurde in zahlreichen regionalen und überregionalen Presseorganen kommentiert, z. B.: Sonntagsblatt, Fränkische Landeszeitung, Hohenloher Tagblatt, WIM Mein Wochenmagazin, Süddeutsche Zeitung, Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg, Amtsblatt der Gemeinde Fichtenau, Nürnberger Nachrichten, Südwestpresse, WIB Woche im Blick, nachrichten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Viele Leserbriefe ergänzten die Diskussion bezüglich der Bedeutung Friedrich von Prauns als Mann des Widerstands gegen den Faschismus.Aus dem reichhaltigen Presse-Echo soll lediglich das in der Südwest-Presse (Hohenloher Tagblatt vom 15. August 2012) abgedruckte Interview einen Eindruck von meiner Sichtweise geben.